Fette und Fettsäuren

Fett macht fit!

 

Jahrzehnte lang konnte man Fett insgesamt nicht viel Gutes abgewinnen. Abgesehen von den fettlöslichen Vitaminen galt es in erster Linie als Dickmacher und Auslöser vielfältiger (Herz-/Kreislauf-)Erkrankungen. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Studien belegen jedoch, dass Fett besser ist als sein Ruf.

 

Das Thema «Fett» ist ein sehr komplexes Gebiet, welches mit vielen falschen Vorstellungen behaftet ist. Selbst die Wissenschaftler sind sich diesbezüglich nicht immer einig, aber es lohnt sich, sich eingehender damit zu beschäftigen: Fett kann nämlich ein ganz erstaunlicher «Fitmacher» sein, der sein Schattendasein keineswegs verdient hat. Dabei kommt es jedoch auf die Art, Qualität und Herstellungsweise der Fette an.

 

Fett ist Teil unseres Lebens

 

Nahrungsfette bestehen unter Anderem aus verschiedenen Fettsäuren (gesättigte, einfach und mehrfach ungesättigte) sowie Fettbegleitstoffen, zu welchen auch die Vitamine A, D, E und K gehören. Man nennt sie «fettlösliche Vitamine», weil sie nur zusammen mit Fett vom Körper aufgenommen und verwertet werden können. Fett befindet sich überall in unserem Körper: im Unterhautfettgewebe als Schutz vor Kälte, als Schutzmantel um unsere Organe und das menschliche Gehirn besteht sogar selber zu ungefähr 60 Prozent aus Fett! Fett ist ein wichtiger Energie-Lieferant und massgeblich am Zellaufbau, Zellschutz und sogar an der Hormonproduktion beteiligt. So empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 20 bis 40 Prozent des Energiebedarfs durch Fett zu decken.

 

Gesättigte Fettsäuren

 

Die gesättigten Fettsäuren (in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch, Käse oder Butter) waren bisher hauptverantwortlich für den insgesamt schlechten Ruf von Fett. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse auch in Bezug auf Cholesterin und das Herzinfarkt-Risko haben mittlerweile jedoch auch das BAG dazu veranlasst, seine Empfehlungen zu revidieren (weitere Infos siehe http://www.bag.admin.ch/themen/ernaehrung_bewegung/05207/05211/index.html). In verschiedenen Studien, unter Anderem dem «Monica-Projekt» der WHO (Weltgesundheitsorganisation), konnten nämlich keine eindeutigen Zusammenhänge zwischen Herz- / Kreislauferkrankungen und dem Konsum gesättigter Fette nachgewiesen werden - es scheinen also andere Faktoren zu sein, die zu den unerwünschten gesundheitlichen Auswirkungen von Fleisch und anderen tierischen Produkten führen.

 

Natives Kokosöl (mittelkettige Fettsäuren)

Mittelkettige Fettsäuren

 

Von ganz besonderem Interesse für die Gesundheit sind neuerdings die mittelkettigen Fettsäuren (MCT), die zu den gesättigten Fetten gehören. Sie kommen in nennenswerten Mengen nur in tropischen Ölen wie Kokos- oder Palmöl und natürlicherweise in Muttermilch vor, was auch ihre enorme Bedeutung für die Entwicklung von Säuglingen verdeutlicht. Mittelkettige Fettsäuren haben die Eigenschaft, im Gegensatz zu langkettigen Fettsäuren schneller und ohne Hilfe von Gallensäure und Lipase gespalten und absorbiert zu werden. Sie gelangen über die Pfortader direkt zur Leber, wo sie umgehend als Energiequelle genutzt werden können (ähnlich rasche Wirkung wie Traubenzucker) und nicht als Körperfett gespeichert werden. Zudem regen sie den Stoffwechsel an, können Darmerkrankungen positiv beeinflussen und sorgen bei regelmässiger Einnahme für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel.

 

Einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren

 

Einfach ungesättigte Fettsäuren in Oliven- und Rapsöl (Omega-9 / Ölsäure) können nachweislich das Risiko von Demenz- und Herzkrankheiten verringern. Die sogenannten «Trans-Fette» gehören zwar ebenfalls zu den ungesättigten Fetten, sind jedoch industriell verarbeitete (gehärtete) Fette in Margarinen und «Fast Food» und für die Gesundheit äusserst schädlich. Von erheblicher Wichtigkeit sind für uns die essenziellen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren (MUF), die der Körper nicht selber herstellen kann und die deshalb über die Ernährung zugeführt werden müssen; sie sind bekannt unter dem Namen Omega-3 und Omega-6. Doch so gesund MUF auch sein mögen: Durch ihre chemische Struktur oxidieren sie schnell. Achten Sie unbedingt darauf, Öle, die bitter, ranzig oder fischig riechen nicht mehr zu verwenden, sonst richten sie mehr Schaden an, als dass sie nützen.

 

Omega-3 & Omega-6

 

Der Unterschied zwischen Omega-3 und Omega-6 liegt in deren chemischer Stuktur und Wirkung: Omega-3-Fettsäuren in Pflanzenölen, Algen und Fischen wie Lachs, Makrele und Hering wirken entzündungshemmend, «blutverdünnend», vorbeugend gegen Herzkrankheiten und sind wichtig für Gehirn, Nerven und Augen. Omega-6 ist hingegen wichtig für das Wachstum und die Immunabwehr und kommt u. a. in Getreide und tierischen Produkten vor. Allerdings muss das Verhältnis Omega-3 zu Omega-6 stimmen. Häufig besteht nämlich in der heutigen Ernährungsweise ein grosses Ungleichgewicht zugunsten der Omega-6-Fettsäuren, was Entzündungsprozesse fördert und das Herzinfarkt-Risiko erhöht. Früher wurde ein Verhältnis Omega-6 zu Omega-3 von 5:1 empfohlen, heute eher weniger (3:1 oder gar 1:1). Mit der Zufuhr von Omega-3-reichen Nahrungsmitteln wie Leinöl (nicht erhitzen!) und der Reduktion von tierischen Nahrungsmitteln kann das Verhältnis ausgeglichen werden (Omega-3 nicht überdosieren, sonst kann sich die positive Wirkung ins Gegenteil verkehren).

 

EPA & DHA

 

EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) gehören zu den wohl wichtigsten Omega-3-Fettsäuren: Ohne sind können Gehirn, Herz und Nerven nicht optimal funktionieren und es kann zu Konzentrations- und Gemütsstörungen kommen.

Achten Sie deshalb auf eine genügende Aufnahme dieser Stoffe (besonders empfehlenswert: Algen) und vermeiden Sie schadstoffbelasteten Fisch und Fischöl-Produkte - sich selbst und den überfischten Weltmeeren zuliebe!

copyright by astreaApotheke / Tanja Bärtschiger

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